Sanierung

Einige Fotos unserer

Sanierung

des ehemaligen Ehebad / Neuwirt

Die längste Sanierung aller Zeiten

 

Nehmen Sie Teil unserer langwierigen Renovierungsarbeiten. Mit viel Herzblut und in Eigenhand.

 

 

Die Neuwirt- Ausschank vom Gastraum aus betrachtet. Auf dem Foto nicht zu erkennen, war die Einrichtung doch schon sehr alt und nicht mehr zu gebrauchen. Wir räumten zuerst das ganze Gebäude und entfernten jegliche Verschalungen / Vertäfelungen von den Wänden.

Sämtliche Verkleidungen und Einbauten mußssten weichen, weil wir eine Generalsanierung durchführen.

 

 

Die Neuwirt- Ausschank vom Gastraum aus betrachtet.

 

 

Alte Elektro, Sanitär- und Heizungsinstallationen wurden entfernt. Alle losen Putze, Farbschichten, Holzverkleidungen und Fließen fielen ebenfalls dem Brechwerkzeug zum Opfer.

Aus liebhaberischen, finanziellen und denkmalschutzgerechten Betrachtungen wurde das Gebäude nicht vollständig Entkernt. Wir versuchten deshalb mit teilweise alten Putzstrukturen, nicht waagerechten Deckenabhängungen und abgeschliffenen sichtbaren Holzbalken den alten Flair größtmöglich zu erhalten.

(Die Ausschank ohne Holzverkleidung. Alte Fliesen mit Nische (der vielleicht 1930er Jahre) kamen zum Vorschein.)

 

Hier stand die Ausschank. Auch die Holzverkleidung wurde schon entfernt, zum Vorschein kamen alte Fliesen, vermutlich der 1930er Jahre mit samt einer Niesche eines vermutlich ehemaligen Waschbeckens.

 

 

Das ehemalige Baderhaus war seit rund 150 Jahren eine Gastronomie was man an den großzügigen Räumen im Hochparterre erkennen kann. Die Raumunterteilungen waren daher gut zu planen, und mit Trockenleichtbauweise schnell umzusetzen. Die Estriche auf dem Fehlboden sind relativ stabil, weswegen wir auf diesen weiter aufgebaut hatten. An anderer Stelle befinden sich vor Jahren verlegte aufgelattete Spanplatten auf dem Holzboden, auf den wir mit Spezialkleber einen Fliesenaufbau aufgetragen haben.

(Hier der ehemalige Spülbereich der Großküche)

 

Der ehemalige Spülbereich vom Neuwirt

 

 

Nachdem die meisten Abrissarbeiten erledigt waren, begann die Heizwasserinstallation. Dazu mussten natürlich zuerst die Installationsschächte freigelegt werden. Bei Bruchstein war dies nicht die leichteste Aufgabe. Nach der Heizungsinstallation, kamen die Elektro- und Sanitärinstallationen dran. Natürlich immer unter Aufsicht von Fachpersonal.

Was meinen Sie wohl, was die schwarz-Bräunliche Wandverfärbung ist? Ja genau, hierbei handelt es sich doch tatsächlich um Nikotin. Hinter der verbauten Holzvertäfelung, konnte sich der Rauch des damals doch recht starken Tabakkonsums in den Gaststätten ungehindert sammeln.

 

Bruchsteinschächte für Heizungsrohre mit dem bereits begonenn Rohrleitungssystem

 

Die Rohre werden verlegt und mit der Pressmaschine verpresst. Es ging viel Material drauf, da wir immer in die Heizkörpernischen hinter springen mußten. Dies nahm sehr viel Zeit in Anspruch. Nach ein paar Monaten war ich dann mit der Heizungsverrohrung im EG fertig.

Prssen eines Fittings an einem Heizungsrohr

 

 

Hier sieht man den bereits verlegten Strang der Brauchwasserleitungen. Anschlußleitung für Waschmaschine, Zuleitung Kaltwasser, sowie Zuleitung Warmwasser mit der daneben liegenden kleiner dimensionierten Zirkulationsleitung. Hierbei handelt es sich um den Zuleitungsstrang, der bei Ausbauarbeiten des OG.1 in diesen hinaufführt. Zurzeit sind die Leitungen allerdings noch überbrückt, da der Ausbau im OG.1 noch nicht mit der Wasseranlage begonnen hat.

 

Brauchwasserinstallation

 

 

 

Von der Küche an der Außenmauer bis zum Dachstuhl hin zog sich der große Dunstabzug. Aus Fleischerhaken gefertigtes Arbeitsgerüst diente zum Abbau des Kolosses. Nicht ganz sicher wie hier zu sehen, so war es auch samt Abzug und mir nach unten gerauscht. Ich konnte mich gerade noch am Fenster festhalten. Der benachbarte Dachstuhl vom ehemaligen "Bräuhäusl" hat es gerade noch ohne Schaden überstanden. Hier sehen Sie die Nord- Westseite, die Hinterseite des Hauses. An dem "Salettl" wurde in den 1960er Jahren aufgestockt. Im Hochparterre befanden sich die Toilettenanlagen mit der ersten alten Klärgrube. Im darauf gebauten ersten Stock befand sich das Badezimmer der Betriebswohnung.

 

 

Fast professionelle Arbeitsbühne

 

 

 

 

Neue Trennwände wurden durch Trockenbauweise hergestellt. Hier eine bereits gedämmte Wand mit Heizwasser- sowie Elektroinstallation. Auf der rechten Seite sieht man das zukünftige Bad, gut an den grünen imprägnierten Gipskartonplatten zu erkennen. Im Hochparterre haben wir die Außenwände verputzt.

 

 

 

Bereits gedämmte Trockenbauwand mit integrierter Elektro- und Heizwasserinstallation

 

 

 

In den Obergeschossen werden die Außenwände mit einer dampfbremsenden Isolierschicht verkleidet. Davor kommt dann eine Vorsatzschale aus Trockenbau mit einer Installationsebene für diverse Wasser- und Elektroinstallationen.

Hier eine bereits vorgefertigte Außenwand im OG.1. Die Beplankung mit Gipskartonplatten kann beginnen.

Heute verlegt man auch die Elektroinstallation in Trockenbauwänden meist in Leerrohrsystemen. Vor ein paar Jahren war aber auch noch die wie hier direkte Verlegung durchaus üblich, und entspricht auch Stand der Technik.

 

Die Trockenbauwand im OG.1 mit Vorsatzschale, fertig für Beplankung

 

 

 

 

 

Bevor wir mit der Beplankung von Gipskartonplatten begannen, hatten wir alles fototechnisch mit Maßstab dokumentiert, um für nachträgliche Arbeiten die verlegten Leitungen und Installationsunterbauten besser lokalisieren zu können.

 

 

 

 

Mit Maßstab wurde vor der Beplankung alles fotografiert

 

 

 

 

 

 

Das Anbringen der Deckenlatten/platten war unter Mithilfe von Abstützungen ganz gut zu Bewältigen.

 

 

 

 

 

Das Anbringen der Deckenbeplankung mit Hilfe von Stützen

 

 

Am ganzen Haus rundum waren Risse aufgetreten, die sich von außen nach innen durchzogen. Diese mussten alle großflächig abgetragen und in drei Schichten neu aufgetragen werden. Die Stoißer Ache verlief hier in einer Art "Bachfuhre", dort konnte man früher bei Niedrigwasserstand die Ache überqueren. Da im letzten Jahrhundert immer wieder Hochwasser mit überschwemmten Häuser zu beklagen waren, wurde der Bach in den 1980 Jahren ausgebaut. Der Grundwasserspiegel fiel, und somit setzte sich das Gebäude immer wieder um einige Zentimeter. Risse kamen so wie auch durch das hohe Alter des Mauerwerks zustande, das aus Bruchstein, Högler Sandstein, Reichsformatsteine und alles was dem Maurer damals in die Hände kam, besteht.

 

Tiefe Grundrisse wegen der Geologieverschiebungen seit der BBachverbauung vor Jahrzehnten

 

 

Im Sommer 2008 war die Baustelle in der Hochkonjunktur was das Wort "Abbruch bzw. Rohbau" angeht. Sich senkende Decken fingen wir vorsichtshalber mit Unterzügen ab. In den letzten Jahrhunderten wurde das Anwesen immer wieder umgebaut, so kam auch zum Vorschein, das an einer Stelle (wo sich die Decke ganz deutlich nach unten wölbte) einmal eine Stützmauer befinden mußte, welches man anhand der alten Farbanstriche und Putzresten sah, als auch an dem, das der Wechsel der Balkendecke für das Treppenauge, sich auf keinem Auflager befand. Die gesamte Deckenaufhängung im Treppenhaus hielt nur noch in sich, und drohte bei größerer Belastung einzustürzen.

 

Unterzug wurde selber eingebaut

 

 

 

 

 

Die Hausherrin lernte in diesem Jahr das Schlitze schlagen, Putz aus Wasser, Sand, Zement, Mariensteiner und Kalk selber mischen, und sogar die Wände mit dem Grundputz zu Versehen.

Auch ab und zu kam der Spaß nicht zu kurz.

 

 

 

 

 

Hausherrin beim  Schlitze schlagen

 

 

 

 

Der Hausherr hatte auch ab und zu seinen Spaß dabei. Vor allem für das Baustellenalbum zu posieren.

Nach dem wir alle Leitungen an Elektro, Heizung und Sanitär verlegt hatten, konnten wir endlich mit dem Verputzen beginnen.

 

 

 

 

Hausherr beim Leerrohr verlegen

 

 

 

 

 

Wir ließen uns von einigen alten Maurern verschiedene Anleitungen zur Putzherstellung geben.

Die Hausherrin erlernte das Betonieren, bzw. das Hantieren und Anmischen der verschiedenen Putzsorten. Um Geld zu sparen, mischten wir den Putz natürlich auch selber an, aus Zement, Mariensteiner, Kalk, Sand und Wasser.

 

 

 

 

 

Wie alle Arbeiten lernten wir auch das Verputzen selber, durch fragen und abschauen bei Handwerkern auf anderen Baustellen.

Nach ein paar Wochen war der richtige Schwung dann auch schon Routine.

 

 

 

Hausherrin beim Putz anmachen
Hausherr beim Putz verreiben

 

 

 

 

Hier sieht man die Rückseite von der Trockenwand des Bades. Die Installationsebene enthält Elektroleitungen, Sanitär- und Abwasserleitungen. In diesem sichtbaren Bereich sieht man die verstärkte Trennwand, wo der Unterputzkasten des WC´s, sowie die Abwassersteigleitung Richtung OG.1 verläuft.

Daneben kann man gut die schon fertig verputzte Wand der Küche erkennen. Hier machte Max vor einigen Wochen noch Spaß beim Leerrohr verlegen.

 

 

 

Die Installationswand für die Toilette

 

 

 

 

 

 

 

Hier ein Bild beim Estrich legen in der Waschküche. Ich knie im ehemaligen Herren-WC. Der Bereich des neuen Estrichs war das damalige Damen-WC. Im Bodenaufbau darunter befindet sich auch eine Abwasserleitung für ein Waschbecken, welches durch die darunterliegende ehemalige Klärgrube führt, weiter zu den Abwasserrohren zum Kanalsystem.

 

 

 

 

 

Bei Estrichlegen in der Waschküche

 

 

Ich mache eigentlich alles selber. Nur bei den Deckenarbeiten im Hochparterre hatte ich meine Freunde eingesagt. Sie führten die äußerst undankbare Arbeit des Dämmens durch Mineralwolle über Kopf aus. Zuerst montierten sie Dachlatten auf der Decke. Danach kamen Mineralwolle, Dampfbremsfolie und zu guter Letzt die Gipskartonplatten darüber. Um die Arbeiten einfach zu halten, aber auch den alten Flair zu erhalten, haben wir absichtlich auf eine waagerechte Abhängung verzichtet. Wir waren ca. 20 Leute. An diesen einem Tag war die komplette Decke im Hochparterre fertig verlegt. Ohne diese wahnsinnige Hilfe meiner Freunde, hätte ich wohl etliche Wochen für diese Arbeit benötigt. Wochen mit Jucken und Kratzen.

 

Ich danke Euch dafür nochmals vielmals!

 

 

Meine fleißigen Helfer bei den Deckenarbeiten

 

 

 

 

Hier säubere ich gerade die Litzen, sowie die Unterputzdosen der Elektroinstallation. Diese waren teilweise bei Verputzarbeiten trotz Putzdeckel verdreckt worden. Unsere depressive Phase war jetzt überwunden. In krassen Zeiten fühlten wir uns wie in einem österreichischen Spielfilm im Hinterholz. Man sah teilweise nur noch Löcher, man konnte meinen das Haus fällt bald zusammen. Jetzt Fehlte nur noch die Farbe an der Wand und der Bodenbelag. Auch ohne Steckdosen und anderen Armaturen kann man das Ziel dann doch schon sehen.

 

 

 

Beim Säubern der Litzen

 

 

 

 

 

 

 

 

Aja, Fliesen legen war natürlich auch noch an der Reihe.

Natürlich war auch diese Leistung unter Eigenregie zu erbringen. Hier sieht man gerade, wie ich die Fliesenbordüre im Gästebad anbringe. Im Hintergrund die bläuliche Grundierung der Nasszelle.

 

 

 

 

 

Anbringung der Fliesenbordüre im Gästebad